Allergie – die geheimnisvolle Krankheit

Posted on 4. Juni 2009. Filed under: Umwelt-ZahnMedizin |

Allergien werden gern als Lappalie abgetan. Doch die Lebensqualität der Betroffenen ist oft empfindlich eingeschränkt.

Die Allergielawine rollt. Allein in Deutschland leiden 12 Millionen Bürger an Heuschnupfen, sterben jährlich 6.000 Menschen durch Asthma. Mittlerweile ist hierzulande jedes vierte Kind betroffen. Und keiner weiß warum.

  • Sind es die Gene oder die Umwelt- und Lebensverhältnisse?
  • Lösen übertriebene Hygiene und falsche Ernährung Allergien aus?

Ein Überblick über den Stand der Forschung.

Heuschnupfen – der Spitzenreiter unter allen allergischen Erkrankungen

Auf kaum einem anderen Gebiert der Medizin tappen die Forscher derart im Dunkeln. Doch Schuld an den roten Augen, an Hautplacken und Atemnot haben weder Katze noch Milbe, noch Mohrrübe. Sie sind nur die Auslöser einer geheimnisvollen Krankheit, die von einem unbekannten Motor angetrieben wird. Zur Erklärung werden immer neue Hypothesen gehandelt.

Die Gene sind schuld, gewiss, aber auch die Umwelt, der Lebensstil, der Wohlstand. Je größer der Wohlstand, desto kräftiger tränen die Augen. Unser komfortabler westlicher Lebensstil ist in hohem Maße allergieträchtig. Von Nahrungsmittel-Allergien, Nesselsucht und Kontaktekzemen sind in der Bundesrepublik  Frauen dreimal so häufig betroffen wie Männer.

Der vom Robert-Koch-Institut veröffentlichte Gesundheitsreport „Allergische Krankheiten in Deutschland“ gibt einen aktuellen Überblick Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg. 40 % aller Deutschen gaben an, dass sie schon einmal eine Allergie hatten.

„Nach Untersuchungen staatlicher Gesundheitsämter ist jedes vierte Kind im Einschulungsalter manifest allergisch erkrankt“, sagt der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, Josef Wenning.

Die schwedische Überraschung

Antroposophen-Kinder aus einem Dorf bei Stockholm haben deutlich weniger Allergien als ihre Altersgenossen. Nur 13 % der 295 Antroposophen-Kinder waren in ihrem Leben an Allergien erkrankt, aber 25 % der Vergleichsgruppe mit 380 Kindern.

Die Wissenschaftler belegten, dass ein antroposophischer Lebensstil das Allergierisiko senken kann.. Antroposophen haben eigene Prinzipien. Sie lehnen etwa synthetisch hergestellte Kleidung ab, nehmen deutlich weniger Antibiotika und fiebersenkende Mittel stillen ihre Kinder deutlich länger, haben größere Familien und essen fermentiertes Biogemüse. Jeder einzelne Faktor könnte die Allergieentstehung beeinflussen. Die antroposophische Lebensform bietet gegen Asthma und Allergien wirkungsvollen Schutz.

Immer mehr in den Vordergrund bei Allergien rückt die Umwelt-Zahn-Medizin. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Auswirkung von Dentalmaterialien, toten Zähnen und Parodontose auf das Immunsystem. Durch diese chronische Belastung kommt es zu Überreaktionen des Immunsystems, so dass Allergien ausgelöst werden können.

Das Ziel der Umwelt-Zahnmedizin ist es u.a. bei der Eingliederung von Zahnersatz das Immunsystem des Patienten nicht zu belasten. Jeder Werkstoff sollte deshalb im Vorfeld auf eine individuelle Verträglichkeit getestet werden, evtl. mit Hilfe des Lymphozyten-Transformations-Tests (LTT-Test). Oft kommt es durch die Beseitigung der Schadstoffbelastung (Entfernung von Goldlegierungen, Sparlegierungen, Amalgamfüllungen) zum Abklingen der Beschwerden.

Ein chronisch kranker Mensch reagiert deutlich empfindlicher auf Umweltbelastungen als ein gesunder, auch bei Zahnersatz. Metallfreier Zahnersatz ist hier die Alternative z.B. mit dem Vollkeramik-Werkstoff Zirkondioxid, ein wesentlich körperverträglicherer Kunststoff.

Aber auch gesunde Menschen stellen hohe Anforderungen an ihren Zahnersatz. Nicht nur hohe Bruchfestigkeit sondern auch gute und lange Haltbarkeit sind gewünscht sowie Natürlichkeit und ästhetisch einwandfreie Ergebnisse.

Wolfgang H. Koch

Dr. med. dent.

Wissenschaftlicher Beirat

Forum Natürliche Zahngesundheit e.V.


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