Zahnmedizin ein Teilgebiet der Medizin: Die natürlichen Zähne sind besser als jeder Zahnersatz!

Posted on 21. August 2006. Filed under: Umwelt-ZahnMedizin | Tags: , , , , , , , |

Zahnschmerzen, fortschreitender Karies, tote oder entzündeten Zähne: Ist die Entfernung der erkrankten Zähne wirklich der einzige Ausweg? Das muss nicht sein. Durch neue Erkenntnisse in der modernen ZahnMedizin ist es in vielen Fällen möglich, die natürlichen Zähne zu erhalten. Sie müssen nicht mehr gezogen werden.

Die systemische ZahnMedizin nutzt innovative Methoden wie die Endodontie (modernes Verfahren der Wurzelfüllung) und die systemische Parodontologie. So kann in vielen Fällen die natürliche Zahnsubstanz erhalten werden und Zahnersatz wird verzichtbar. Die sanften und schmerzarmen Therapien beziehen Erkenntnisse aus den Bereichen Immunologie, Mikrobiologie, Lasermedizin, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Naturheilverfahren in das Behandlungskonzept ein. Dabei werden auch die Erforschung der Ursachen, die zu der Zahnerkrankung geführt haben, berücksichtigt.

 

Bei vielen chronischen Erkrankungen liegt die Ursache im Mund
Was haben Kopf-, Nacken oder Rückenschmerzen mit ZahnMedizin zu tun? Wieso ist es wichtig, bei einer dauerhaften Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit an eine zahnärztliche Diagnostik zu denken? Und welche Rolle spielt der Zahnarzt bei Herzerkrankungen, Schlaganfällen oder Frühgeburten?

Parodontitis: Keine isolierte Erkrankung der Mundhöhle
Studien belegen, dass chronische Infektionen im Mundraum wie die weit verbreitete Zahnfleischerkrankung Parodontitis eine Ursache für Gefäßerkrankungen sein kann. Bei Patienten, die an Parodontitis leiden, kann das Risiko einer Herzerkrankung um mehr als das Doppelte erhöht sein. Auch die Gefahr eines Schlaganfalls steigt, besonders bei Männern über 60 Jahre. Schwangere, die an dieser Erkrankung leiden, tragen ein siebenfach erhöhtes Risiko einer Frühgeburt.

Heute weiß man, dass für die Entstehung der Parodontitis nicht allein die Bakterien verantwortlich gemacht werden dürfen. Alter, Allgemeinerkrankungen, Vererbung und Störungen im Immunsystem sind entscheidend für ihren Verlauf. Parodontitis ist daher immer ein Hinweis auf eine generelle Erkrankung des Patienten. Dauerhaften Erfolg kann nur eine systemische Behandlung bringen. Dabei muss zunächst ermittelt werden, wo die Ursachen der Parodontitis liegen. Hier kommen spezielle Diagnose- und Testverfahren zum Einsatz. Dazu gehören z.B. molekularbiologische Untersuchungen, spezielle Gentests und Immun-Checks. Die Planung der Therapie muss an den individuellen Ursachen ansetzen.

 

Falscher Biss: Häufige Ursache für Kopf- und Rückenschmerzen oder Tinnitus
Kau- und Bewegungsapparat sind Systeme, die eng miteinander verschaltet sind. Beim Kauen wird nicht nur der Kiefer bewegt, sondern auch Kopf, Hals, Rücken und sogar Arme und Beine. Wenn im Mund ideale Verhältnisse herrschen, werden Ober- und Unterkiefer, Kaumuskulatur, Kiefergelenk und Zähne gleichmäßig belastet; sie sind exakt ausbalanciert. Aber schon allerkleinste Störfaktoren können dazu führen, dass das System aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann Beschwerden hervorrufen, die sich fernab der Mundhöhle bemerkbar machen. Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schulterarmsyndrom, aber auch Ohrgeräusche (Tinnitus) haben ihre Ursache sehr häufig in einer falschen Biss-Statik (Fehlbiss). Werden diese Zusammenhänge nicht erkannt und behandelt, bedeutet das für den Betroffenen oftmals eine dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität.

 

Unverträgliche Dentalmaterialien können krank machen
Die möglichen Reaktionen des Körpers auf unverträgliche Zahnmetalle (Füllungen, Kronen, Brücken) sind vielfältig. Bekannte Begleiterscheinungen sind z. B. Allergien, chronische Müdigkeit, Fibromyalgie; Umwelterkrankungen oder Muskelbeschwerden. Auch hochwertige Metalle können das Immunsystem stören und die Gesundheit beeinträchtigen. Nicht jedes Material darf in jeden Mund. Um Risiken zu vermeiden muss jedes Dentalmaterial individuell getestet werden, damit nur verträgliche Materialien verarbeitet werden, die den Organismus nicht belasten. Für Allergiker und chronisch Kranke besteht die Möglichkeit, vollständig metallfreien Zahnersatz (Vollkeramik) zu verwenden.

Zahnimplantate für chronisch Kranke
Sog. Risikopatienten wie Allergiker, Diabetiker, Rheumatiker oder Herz- und Stoffwechselkranke mussten bislang häufig auf festsitzenden Zahnersatz verzichten. Die Gefahr von Abstoßung oder Unverträglichkeitsreaktionen ist hoch. Durch die innovative Methode der Immun-Implantate, die auf einer engen Zusammenarbeit von Implantologie und Immunologie basiert, kann die Sicherheit und Verträglichkeit von Zahnimplantaten nun deutlich erhöht werden. So werden künstliche Zahnwurzeln auch bei „Problempatienten“ möglich.

 

Kontaktkiller Mundgeruch: Kein unlösbares Problem mehr
Immer noch wird bei Mundgeruch (Halitose) häufig auf Magen- und Darmerkrankungen diagnostiziert. Zu Unrecht, denn neue Erkenntnisse zeigen, dass die Ursache für schlechten Atem zu 85 % im Mund-Rachenraum liegt. Bakterielle Besiedlungen, Abwehrschwächen, Stoffwechselstörungen, Ernährungsgewohnheiten, Rauchen oder Stress fördern das Problem. Ein individuell erarbeitetes Ursachenprotokoll erleichtert die Therapielenkung. So ist eine erfolgreiche und dauerhafte Behandlung des unangenehmen Mundgeruchs möglich.

 

Netzwerkmedizin – Bei der Therapie braucht der Zahnarzt kompetente Partner
Der systemisch orientierte Zahnarzt sieht seine Verantwortung darin, Krankheitsfaktoren zu reduzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit (nicht nur zur Zahngesundheit) zu leisten. Aber ist ein Zahnarzt dazu allein in der Lage? Nein, natürlich nicht. Darum arbeitet er in einem integrativen Netzwerk mit anderen Fachärzten zusammen. In dieses Netzwerk gehören Orthopäden, Immunologen, Umwelt- und Labormediziner, Schmerztherapeuten, Ärzte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Hals-Nasen-Ohrenärzte, Neurologen, aber auch Psychologen und Physiotherapeuten. Systemische ZahnMedizin bedeutet aber auch, dass der Patient jederzeit umfassend über den aktuellen Stand der Behandlung und die geplanten Therapien informiert ist.

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