Dentalmaterialien als mögliche Auslöser des chronischen Müdigkeitssyndroms

Geschrieben am 4. August 2011. Einsortiert unter: Allgemein |

Hinter dem chronischen Müdigkeitssyndrom (Chronic fatigue syndrome, kurz CFS) verbirgt sich ein sehr komplexes Krankheitsbild. Die Diagnose der diffus erscheinenden Symptome ist für (Zahn-)Mediziner nicht einfach. Häufig bringt erst die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Umwelt-ZahnMedizinern, Allergologen und Zahntechnikern Krankheitsursachen und –wirkungen ans Licht.

CFS-Patienten leiden an einer durchgehenden geistigen und körperlichen Erschöpfung – auch ohne adäquate Belastungen -, die durch längere Ruhephasen nicht vorübergeht. Definitionsgemäß hält die chronische Müdigkeit mindestens sechs Monate an. Kopf- und Halsschmerzen sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind weiter Symptome der Krankheit.

In Deutschland sind ca. 800.000 bis 1,5 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. In den USA geht man von ca. 15 Millionen CFS-Erkrankten aus.

Die Anamnese:

Diffuse Krankheitsbilder können viele Ursachen haben. Autoimmunerkrankungen, chronische Stoffwechselstörungen, Organerkrankungen oder Psychosen sind nur einige der möglichen Auslöser für Abgeschlagenheit, Schmerzen und Konzentrationsstörungen. Woher die Beschwerden kommen, ist für Mediziner zunächst nicht ersichtlich. Eine umfangreiche Diagnostik, durchgeführt von einem Team unterschiedlichster Fachrichtungen, ist notwendig, um der CFS auf die Spur zu kommen. Hierbei spielen Umwelt-ZahnMediziner eine entscheidende Rolle.

 Im Zahnersatz enthaltene Metalle und Kunststoffe wirken als potenzielle Allergene, da sich Partikel lösen, an körpereigenen Eiweiße und Zellen binden und so Sensibilisierungsreaktionen auslösen können. Unabhängig von ihrem Sensibilisierungspotenzial können Dentalwerkstoffe, vor allem Zahnmetalle, bei einer entsprechenden genetischen Disposition zahlreiche Funktionen der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr beeinflussen. Dabei haben sie sowohl eine stimulierende als auch eine hemmende Wirkung. Im Fall des chronischen Müdigkeitssyndroms leiten die Dentalmaterialien letztlich eine chronische immunologischen Fehlregulation mit Entzündungszeichen ein. Dies geschieht über die vermehrte Freisetzung inflammatorischer Zytokine.

Doch die Dentalmaterialien wirken nicht nur direkt auf das Immunsystem. Indirekt haben sie auch Einfluss auf das hormonelle System, genauer die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse). Bei CFS-Patienten ist das neuroendokrine System – und vor allem der Hypothalamus – gestört. Erniedrigte Cortisol-Spiegel sind die Folge. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen, denn das Hormon hat entscheidenden Einfluss auf den Körperstoffwechsel, das Immunsystem und das Gehirn. Gerade komplexe Prozesse wie Aufmerksamkeit oder Gedächtnis werden partiell durch Cortisol kontrolliert.

Cortisol ist jedoch auch als „Stresshormon“ bekannt und wird bei unbekannten, gefährlichen Situationen vermehrt ausgeschüttet. Durch den geringen Cortisol-Spiegel können sich CFS-Patienten schlecht konzentrieren, ihr Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt, und die Fähigkeit, adäquat auf Stress zu reagieren, ist abgeschwächt.

 Umfangreiche Diagnose:

Hat ein Patient CFS-Symptome und können andere Erkrankungen wie chronische Stoffwechselstörungen ausgeschlossen werden, folgt eine umfassende Laboranalytik. Hier untersuchen Experten immunologische, hormonelle und toxikologische Parameter. Als Biomarker des Schadstoffmetabolismus dienen Daten der individuellen Suszeptibilität (genetisch determinierte Enzymaktivität, Molekulargewicht) und des oxidativen Stresses (freie Radikale, die durch Antioxidantien nicht mehr abgefangen werden können).

Interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig:

Aufgrund der Vielzahl an regulativen Wechselwirkungen und der äußerst komplexen Prozesse ist für eine korrekte Diagnose die Zusammenarbeit von Spezialisten erforderlich. Umwelt-ZahnMediziner, Allergologen, Zahnärzte, Zahntechniker und erfahrene Laboranten bilden hier ein interdisziplinäres Team, das letztlich auch Dentalmaterialien als Auslöser des chronischen Müdigkeitssyndroms identifizieren kann.

Für eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen, gerade bei Beschwerden unklarer Ursache, sind Umwelt-ZahnMediziner von großer Bedeutung. Sie sind im Besonderen für komplexe Erkrankungen geschult und sehen Interaktionen, die ihren Kollegen zum Teil verborgen bleiben.

Weitere Informationen zur Ganzheitliche Zahnmedizin finden Sie auch auf unserer Praxiswebsite

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